Als das Hochwasser kam !!!
In unserer Oberlausitz wird oft über die mögliche Abwendung
von Naturgewalten durch die „blauen Steine“ (Granit) gesprochen.
Am Wochenende 7.- 8. August war das aber nicht der Fall. Über 100
Liter Regen pro m² und eine gebrochene Talsperre in Polen verursachten
große Schäden. Schätzungen sprechen von über 100
Millionen €. Leider gab es auch Tote.
Eine Naturgewaltenversicherung hätte vor den finanziellen Problemen
geschützt, behaupten manche Insider. Aber wer hat sie schon? Wer
kann sich eine solche Versicherung leisten? Wurde sie in der Vergangenheit
überhaupt angeboten?
In dieser Situation ergibt sich die bange Frage: Wie kann der Wiederaufbau
finanziert werden? Es wird von zinsgünstigen Krediten gesprochen.
Trotzdem bedeutet das für die
Betroffenen eine Neuverschuldung, wo doch alte Schulden oft noch zu
begleichen sind.
Die hohe Arbeitslosenquote in unserem Landkreis macht die Situation
nicht einfacher.
Unsere Große Kreisstadt Löbau kam offenbar einigermaßen
glimpflich davon. Dennoch gab es beträchtliche Schäden in
einigen Ortschaften. Erst nach erfolgter Bestandsaufnahme wird man genaue
Zahlen nennen können.
Auch das Gelände der Landesgartenschau wurde betroffen. Hier soll
der angerichtete Schaden durch das Löbauer Wasser mindestens 100
000€. betragen. Ein Glück, dass schon vor dem Ereignis von
der Landestalsperrenverwaltung Sachsen Maßnahmen zum Hochwasserschutz
eingeleitet wurden. Die Schäden im Gebiet des Löbauer Wassers
wären dann bestimmt noch größer gewesen?
An dieser Stelle gilt unser Dank den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehren
und den vielen freiwilligen Helfern. Sie sorgten dafür, dass die
Schäden und damit das Leid der Betroffenen etwas verringert werden
konnten.
Was können wir als Mitglieder des Stadtrates in dieser Situation
tun? Unsere Aufgabe wird es sein, den Haushalt unserer Stadt der neuen
Situation anzupassen. Außerdem müssen wir trotz zurückhaltender
Äußerungen von Ministerpräsident Tillich versuchen,
über das Land Sachsen Mittel zum Wiederaufbau in unsere Region
zu bekommen. Das ist einfacher geschrieben als realisiert. Es ist aber
unsere Aufgabe, sich dafür einzusetzen.
Dr. Gottfried Sterzel
Stadtrat, Kreisrat